Handstickerei

Die Appenzeller Handstickerei ist aus verwandten einheimischen Gewerben der Leinwandweberei, der Baumwollspinnerei und der Kettenstickerei hervorgegangen.

 

In der Kettenstichtechnik wurden feine Taschentücher, Kragen, Taufkleider, Roben, Halstücher etc. für ausserrhodische und st.gallische Unternehmer hergestellt. Die Produkte fanden damals guten Absatz in Frankreich und in den Vereinigten Staaten. Bedeutender als die Kettensichtstickerei wurde die 1818 in Innerrhoden eingeführte Plattstichweberei.

Den Höhepunkt erreichte die Innerrhoder Handstickerei in den Jahren 1850 bis 1857. Durch das Aufkommen der Stickmaschine wurde die Handstickerei verdrängt - die Maschinenstickerei konnte jedoch in Appenzell Innerrhoden nie richtig Fuss fassen. So wurden heikle Arbeiten weiterhin in Heimarbeit und von Hand ausgeführt. Die Appenzellerinnen zeigten am Meisten Geschick bei sogenannten Höhl- und Spetzlistichen, die der Appenzeller Handstickerei ein kunstvolles und filigranes Aussehen geben. Das ist bis heute so geblieben. Allerdings betreiben nur noch sehr wenige Frauen dieses Kunsthandwerk.

 

Im Gegensatz zu früher geht der Kunde heute nicht mehr zum Stickereifabrikant oder Fergger sondern direkt zur Handstickerin, um seine Wünsche mit ihr zu besprechen.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Infoblatt «Appenzeller Handstickerei».