Funkensonntag

Wer das Element Feuer einmal bewusst und aus nächster Nähe erleben möchte, wird nie eine bessere und eindrücklichere Gelegenheit haben als am Funkensonntag in Appenzell Innerrhoden. Und bei einem Rating der beliebtesten Bräuche im Jahreslauf würde der Funkensonntag zumindest bei den Kindern und Jugendlichen obenauf schwingen.

Ort

Appenzell und Aussengemeinden

 

Zeit

Aktuelles Datum: 6. März 2016

 
 

Kaum sind die letzten Guggemusig-Akkorde und Trommelwirbel der Fasnacht verhallt, sammeln die Schulkinder des Dorfes Appenzell und der Aussengemeinden mit grösstem Eifer brennbares Material. Seit einigen Jahren kommt dafür nur noch unbehandeltes Holz, Karton und Papier in Frage, während früher alles, was brannte - am beliebtesten waren Pneus -, in Rauch und Flammen aufging.

Am 4. Sonntag in der Fastenzeit wird dann das gesammelte Material mit tatkräftiger Unterstützung der Erwachsenen auf gut sichtbaren Funkenplätzen rund um Appenzell zu kunstvollen und gigantischen Feuerstössen aufgeschichtet. Zuoberst auf den Haufen kommt die mit Feuerwerk geladene «Funkebaabe» zu stehen. In ihr kann man eine Personifizierung des Winters sehen, dem mit dem Feuer nun der Garaus gemacht wird.

 

Am eindrücklichsten und intensivsten pflegt das Ried, ein ehemaliges Armenquartier im Süden von Appenzell, den Brauch. In unmittelbarer Nähe des Gasthofs Freudenberg wird der Funken nach Einbruch der Dunkelheit von den Kindern und Jugendlichen im Anschluss an einen grossen Fackelzug und unter dem wilden Skandieren von "Ried lebede hoch!" in Brand gesteckt. Mit dem Funken zündet ein eindrückliches Feuerwerk und traditionsgemäss glimmt die erste Zigarette oder ein viel zu grosser Stumpen in manchem Kindermund…

 
 
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