Fasnacht

Am Vorabend des Schmutzigen Donnerstag galoppieren Schimmel, Rappen, Füchse, Braune und Gescheckte durch die Gassen von Appenzell. Im Rhythmus, den die Tambouren vorgeben, traben sie ausgelassen hierhin und dorthin, so dass die Glöckchen am Zaumzeug in wilder Fröhlichkeit bimmeln.

Ort

Appenzell und Aussengemeinden

Zeit

Schmutziger Donnerstag 23. Februar 2017 (und Vorabend) bis Aschermittwoch 1. März 2017

 
 

Die Fasnacht im Innerrhoder Hauptort beginnt mit dem traditionellen «Ommetrommere». Dazu versammeln sich die kleinen und grossen Trommler und die «Botzerössli» am späten Mittwochnachmittag auf dem Landsgemeindeplatz.

Die närrische Rasse der «Botzerössli» sind Holzpferdchen. Reiter in Uniform stülpen sich diese durch das ausgesägte Loch im Rumpf über. Der menschliche Oberkörper ragt aus dem Pferd heraus, das mit Lederriemen über die Schultern des Reiters befestigt ist. Die Beine der Reiter sind unter einem farbigen «Rock» am Pferdeleib versteckt. Ross und Reiter erschrecken in ihrem Übermut gerne die Zaungäste und manches Tier bekommt Durst und muss am Brunnen getränkt werden.

Der Brauch der «Botzerössli» stammt ursprünglich wohl aus dem süddeutschen Raum. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollen Reiter in Militäruniformen derbe Sprüche vorgetragen haben.

Heute leben die «Botzerössli» nur noch in Appenzell Innerrhoden. Kurz bevor sie ausgestorben sind, hat der Fasnachtsverein alte Exemplare restauriert. Heute traben wieder Scharen von «Botzerössli» aller Farben und Grössen als Vorhut dem grossen Fasnachtsumzug am Samstag voraus und machen beim Kinderumzug am Donnerstagnachmittag ihre Spässe. Die Mädchen und Buben und die Erwachsenen tragen alte Feuerwehruniformen und schminken sich Schnauzbärte, Sommersprossen und rote Wangen ins Gesicht.