Chlausezüüg

Der «Chlausezüüg» ist ein typisch weihnächtlicher Gegenstand aus Appenzell Innerrhoden. Er war der Vorfahre des heutigen Christbaumes in der Gegend von Appenzell; entstanden aus dem allgemeinen Brauch, die Kinder an Weihnachten zu beschenken.

Ort

Innerrhoden, Privathäuser, in Schaufenstern und Wirtshäusern

 

Zeit

Advent und während der Weihnachtszeit

 
 

Traditionsgemäss werden die farbigen «Chlausebickli» schon ab Allerheiligen (1. November) bis Weihnachten zum Kauf angeboten. Diese wurden und werden heute noch von der Verwandtschaft oder von den Eltern den Kindern in der Vorweihnachtszeit geschenkt. Aus den angesammelten «Bickli» wurde dann der «Züüg» aufgebaut - zur Freude der Kinder und zur Zierde der weihnächtlichen Appenzeller Stube.

Ursprünglich war der ganze «Züüg» essbar. Der pyramidenförmig aufgebaute Innenraum bestand früher aus «Philebrot» (ebenfalls ein Appenzellergebäck) und aus Biberfladen. Heute besteht der Rohbau aus Holz. Die Berechnung der Holzteile für einen fünf- oder sechseckigen Züüg setzt ein fachmännisches Wissen voraus. In Appenzell gibt es verschiedene Schreinereien, die diese Holzteile herstellen.

 

Prunkstücke sind die vom Zuckerbäcker handgemalten, farbigen «Chlausebickli» aus Lebkuchen mit diversen Zuckerbildern. Diese Bilder zeigen verschiedene Darstellungen aus dem bäuerlichen Alltag und der Weihnachtszeit.

Der «Züüg» wird in einen Holznapf mit gedörrten Birnen und Baumnüssen gestellt. An den Ecken werden Äpfel in Nägel gesteckt und darunter schön bemalte «Devisli» (zierliche Gebilde aus weissem Mehlteig) befestigt. Die Spitze des Züügs ziert in der Regel ein kleiner Christbaum.